PROJEKTERGEBNISSE
Konzeptualisierung langfristiger Entscheidungsfindung
Ziel der ersten Phase des Projektes ist es, ein konzeptionelles Modell zu entwickeln, das zeigt, welche Faktoren langfristige Entscheidungen mit großer Wirkung beeinflussen.
Zu diesem Zweck wurde eine systematische Literaturrecherche mit halbstrukturierten Interviews kombiniert, um zu untersuchen, wie langfristige Entscheidungen zu Klimaschutz und -anpassung getroffen werden und welche Faktoren diese Entscheidungen in verschiedenen Kontexten beeinflussen.
Die Literaturrecherche erfolgte nach den PRISMA-Richtlinien und umfasste Studien aus verschiedenen Disziplinen, wie Psychologie und Verhaltensökonomie. Eine erste Suche ergab 408 Artikel. Nach einer Vorauswahl und einer Eignungsprüfung wurden 107 Studien hinsichtlich ihrer Forschungsfragen, Methodik, Entscheidungen und Einflussfaktoren analysiert.
Die Forschungsergebnisse sind aufgrund uneinheitlicher Operationalisierung sehr heterogen, dennoch lassen sich über die Studien hinweg einige robuste Muster erkennen:
- Auf individueller Ebene unterstützen Bildung, finanzielle Möglichkeiten und Wirksamkeitsüberzeugungen (insbesondere Selbst- und Reaktionswirksamkeit) durchweg langfristige Entscheidungen, während eine konservative politische Orientierung tendenziell negativ damit verbunden ist.
- Langfristige Orientierungskonstrukte (z. B. zukünftige Selbstkontinuität, Vermächtnismotive) werden selten untersucht, zeigen jedoch vielversprechende positive Effekte.
- Auf kollektiver Ebene werden langfristige Entscheidungen durch Politik und Anreizgestaltung, wirtschaftliche Bedingungen und den sozialen Kontext geprägt, wobei die Ergebnisse stark kontextabhängig sind.
In einem nächstem Schritt wird die Literaturrecherche durch semistrukturierte Interviews mit privaten Waldbesitzenden und Hausbesitzenden in Österreich und Slowenien ergänzt, die im Frühjahr 2026 durchgeführt wurden.